Große Feier mit buntem Programm


Vom 27.-29.10.06 feierten wir das 10-jährige Bestehen unseres christlichen Schulungs- und Freizeitzentrums Beit Al Liqa' (Haus der Begegnung). An dem dreitägigen Programm nahmen insgesamt über hundert deutsche Gäste aus fünf verschiedenen Reisegruppen teil, viele einheimische Freunde des Beit Al Liqa' aus Politik, Gesellschaft und Gemeinden, sowie ein Vertreter der messianischen Gläubigen aus Israel.

 

 

  Im Rückblick konnten wir nur staunen, was der Herr in   den vergangen zehn Jahren getan hat. Aus kleinen   Anfängen in gemieteten Räumen entstand ein großes   Zentrum. Mitten im Krieg gab Gott Johnny Shahwan,   dem Gründer und Leiter des Beit Al Liqa', den Auftrag   ein Haus für ihn zu bauen. In einer Zeit der Verzweiflung   und Resignation wurde das Gebäude für die Menschen   der Stadt zu einem Zeichen der Hoffnung. Dazu Johnny   Shahwan: „Als in der zweiten Intifada, dem Aufstand der   Palästinenser gegen die israelische Militärbesatzung,   das öffentliche Leben total lahm gelegt war, als   Menschen Hunger hatten, froren, in Angst und   Schrecken lebten, befahl mir Gott, seine Liebe in die   Häuser meiner Stadt zu tragen.“

 

Dieser Dienst an den Menschen in der Zeit des Krieges   legte   die  Grundlage für die heutige Arbeit des Beit Al   Liqa'. Nach dem Umzug in das neue Zentrum wuchsen   die  Aufgabenbereiche. Über siebzig Kinder werden   täglich in der Kindertagesstätte und   im Kindergarten   betreut. Dazu  kommen die wöchentlichen   Veranstaltungen wie  Kinderstunde und Teenagerkreis.   Seminare, Schulungen, Konzerte und Lobpreisabende   gehören   ebenso zu den  Programmen des Beit Al Liqa'   wie Kindersommercamps,  Zeltlager für Teenager,   Sportcamps, die Aktion  „Weihnachten im Schuhkarton“   und vieles mehr.

In den Sommermonaten wird der Spielplatz und der   Garten des   Zentrum täglichs von bis zu zweihundert Kindern und Erwachsenen besucht. Da die meisten die Provinz Bethlehem nicht verlassen dürfen, ist das Beit Al Liqa' für sie der einzige Ort, an dem sie ihre Freizeit in einer schönen Atmosphäre verbringen können. Es ist eine Oase des Friedens und der Ruhe. In Beit Jala nennt man das   Beit Al Liqa' sogar die Seele der Stadt. In der öffentlichen Jubiläumsfeier am   Samstag sprach Raji Zeidan, der Bürgermeister von Beit Jala vor allem   von dem Engagement des Zentrums in der Stadt. „Keine andere   Organisation hat in den letzten Jahren so viel für die Gesellschaft getan   wie das Beit Al Liqa'“, betonte er. Pastor Musa Abu Ali, der Vorsitzende   der Allianz evangelikaler   Gemeinden im     Heiligen Land und Vorstandsmitglied des     Beit Al Liqa' bestätigte, dass die Allianz     voll hinter der Arbeit des Zentrums steht.     Vor der versammelten Festgesellschaft,     unter der sich auch der Leiter des     palästinensischen   Schulministeriums,     Parlamentsabgeordnete, sowie Vertreter     vieler Organisationen und Vereine aus     der Provinz Bethlehem befanden, sprach     Johnny Shahwan von der Vision, den     Zielen und der Zukunft des Beit Al Liqa'.   Er bedankte sich bei seiner Mission, der Deutschen Missionsgemeinschaft   (DMG), dem Arbeitskreis Israel ( AKI ) und vielen anderen Unterstützern   und Freunden für die Begleitung durch all die Jahre. In erster Linie aber   galt sein Dank Gott, der ihn „als einfachen Menschen berufen und ihm so   unendlich viel anvertraut hat“.

 

 

 

  Gerd Sigrist, der ehemalige Geschäftsführer der DMG,   der mit einer Reisegruppe an dem Jubiläum teilnahm,   freute sich vor allem über die Arbeit des Beit Al Liqa' an   den Kinder. „Durch die Zuwendung zu den Kindern, wird   etwas von der Güte Gottes deutlich. Die Begegnungen   im Haus der Begegnung sollen den   Frieden fördern   zwischen den Familien, den Generationen und den   Menschen. Dies geschieht durch die Friedensbotschaft   von Bethlehem. Ich wünsche dem Beit Al Liqa', dass sie   diese Güte  Gottes täglich erfahren und einen Beitrag   zum Frieden in diesem Land leisten.“

 

Der Höhepunkt der Feierlichkeiten war ohne Zweifel der Abschlussgottesdienst am Sonntagabend. Er begann und endete mit einer Lobpreiszeit in Arabisch, geleitet von der 12-köpfigen Musikgruppe Tasbih Al Fadi (Lobpreis des Retters) aus Jerusalem. „Fünfmal am Tag wird der falsche Gott in unserem Land angebetet. Doch wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, den Namen   unseres Herrn über alle Namen zu erheben!“, verkündigte Siman, der Leiter der Gruppe   unter Jubelrufen des voll besetzten Saals.

Neben musikalischen Beiträgen und Zeugnissen der   Kinder und Teenager des Beit Al Liqa' standen eine   Lobpreiszeit in deutscher und englischer Sprache auf   dem Programm, sowie Ansprachen verschiedener Gäste   und Mitarbeiter. Sireen Ghanem, die Leiterin der   Kinderarbeit wollte von den Kindern wissen, was für sie   so besonders am Beit Al Liqa' ist. „Dass wir etwas von   Jesus lernen!“, war die eindeutige Antwort mehrerer   Kinder. Andres Zorob, der Leiter der Jugendarbeit   betonte, die große Entwicklung, die er bei den   Teenagern in Laufe des letzten Jahres festgestellt habe: „Sie wollen bewusst nach Gottes Wort leben. Sie sind die Hoffnung für die Zukunft unserer Gesellschaft!“

 

 

 

  Karl-Heinz Geppert, der Leiter des Arbeitskreises Israel ( AKI ) und   langjähriger Freund der Familie Shahwan verglich das Beit Al Liqa' mit   einer Bäckerei. „Ich wünsche euch, dass das Gebäude zu einer   Backstube wird, in der nur eine Sorte Brot gebacken wird: Das Brot des   Leben! Ich wünsche euch, dass der Hunger der Menschen durch Jesus   gestillt wird!“

  Pastor Guido Baltes,     Leiter des Johanniter     Hospiz' in Jerusalem,     sagte während der     deutsch /   englischen     Lobpreiszeit: „Ich     schätze das Beit Al Liqa'     besonders als ein Ort     der Hoffnung.  Man hört   so viele schlechte  Nachrichten aus dem   Heiligen Land.   Doch ihr schaut nicht   auf die   Probleme, sondern auf   die Hoffnung!“

 

  Zu unserer großen Freude nahm als Vertreter der   messianischen Gemeinden Pastor Howard Bass aus   Beerscheba an den Feierlichkeiten teil. Er freute sich   besonders über die vielen Kinder, die mit im   Gottesdienst saßen: „Diese Kinder müssen erfahren,   dass es Hoffnung gibt, die wir nicht sehen können.   Es gibt Versöhnung, wenn die Menschen erkennen, wer   der wahre Gott ist. Wenn Menschen aller Nationen im   Namen Jesu zusammen kommen, dann ist da wirklich   Gottes Werk. Jesus hat die Mauer der Feindschaft   zerbrochen, die niemand wieder aufbauen kann. Auch   wenn die Mauer um Bethlehem mehr und mehr   geschlossen wird, müssen wir Gläubigen von beiden   Seiten einen Weg finden, um unsere Einheit in Jesus vor   der Welt zu demonstrieren. Dadurch sollen alle Völker erkennen, dass es für Gott nichts Unmögliches gibt und ihn anbeten!“

Abschließend stellte Pastor Klaus Böttcher, der 1. Vorsitzende der   Deutschen Missionsgemeinschaft die Frage, was einen Menschen wohl   bewegt haben mag, ein Werk wie das Beit Al Liqa' aufzubauen? Die   eindeutige Antwort war: Liebe! „Und diese Liebe spüre ich hier überall!“,   fuhr Pastor Böttcher fort. „Die liebevolle Gestaltung des Gebäudes, der   gepflegte Garten, die freundlichen Mitarbeiter, tausende von Gebern, die   das Werk durch Liebe tragen. Doch wir Menschen gleichen mit unserer   Liebe dem Mond. Wir können nicht von uns selbst strahlen. Wir können   nur   Liebe weitergeben, wenn wir im Sonnenstrahl der Liebe Gottes leben!   Das wünsche ich Euch vom Beit Al Liqa', dass die Sonne Gottes täglich auf   Euch scheint. Und seid gewiss, dass Eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem   Herrn!“

Auch wenn das ganze Jubiläumswochenende total verregnet war, spürte   doch jeder der Anwesenden die wärmende Sonne Gottes auf seiner Haut.   Am Ende der Festlichkeiten waren unsere Gäste dankbar für die vielen   Einblicke in die Arbeit des Beit Al Liqa' und für alles, was sie live mit   erleben durften. Auch wir schauen mit großer Dankbarkeit auf unser   Jubiläum zurück. Ermutigt und gestärkt setzen wir unseren Dienst hier im   Beit Al Liqa' fort in dem Wissen, dass wir erst am Anfang des Weges sind.   Wir erwarten, dass der Herr hier noch Großartiges tut! Das 10-jährige Jubiläum war erst der Auftakt! Wir danken allen, die auch weiterhin in Gebet und Gaben hinter der Arbeit stehen.

 

 to top